Systemische BeratungSystemisches Denken und Handeln, das Rüstzeug
für die systemische Beratung - ein Definitionsversuch

Die systemische Beratung hat sich in den letzten Jahrzehnten in unterschiedlichen Anwendungsfeldern als wirksam erwiesen. Nicht nur im therapeutischen Einsatz, auch im Rahmen von Organisationsentwicklungs- und Managementprozessen konnte die Lehre vom systemischen Denken und Handeln zahlreiche Erfolge verzeichnen. Zurückzuführen ist dies unter anderem auf einer Grundhaltung, die sich am Anliegen bzw. der vorhandenen Problemstellung orientiert und dabei auch die eigenen Lösungsversuche des Klienten einbezieht.

Jeder Mensch konstruiert sich aufgrund seiner Erfahrungen aus den Interaktionen mit seiner Umwelt ein eigenes Bild der Wirklichkeit – seiner Wirklichkeit. Diese Grundannahme des „Konstruktivismus“ ist das Fundament des systemischen Denkens.

Sie besagt, dass jeder Mensch der beste Experte seiner eigenen Welt ist. Dies wiederum ist Voraussetzung für die raschen Erfolge der systemischen Methoden, die aus deren strikter Lösungsorientierung hervorgehen.

Rasch und wirksam – so lässt sich die systemische Arbeit am treffendsten beschreiben. Denn die Lösungen kommen aus dem Klienten selbst, sind im Vorhinein Teil seiner eigenen Welt – und werden dadurch leichter und bereitwilliger angenommen. Auch die Funktion, die ein bestehendes Problem in der Wirklichkeit eines Menschen hat, ist Bestandteil der systemischen Sicht. Das Gute im Schlechten und die positive Absicht, die allem zugrunde liegt, was Menschen in Verfolgung ihrer Interessen tun, sind wesentliche Ansatzpunkte für die systemische Arbeit.